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Aufgabe 09 (06.12):

MISSVERSTÄNDNISSE


a) Bitte lesen Sie das Kapitel 8 (2.2.3.) des Dresdner Kursbuches
und
b) den Text von Alice Hoi aus Vietnam

c) Antworten Sie dann auf die Frage:

Waren Sie auch schon einmal in folgender Situation:

Sie haben sich mit einem Menschen aus einer anderen Kultur unterhalten. Die Sprache machte Ihnen keine Probleme, Sie konnten sagen, was Sie sagen wollten. Trotzdem gab es ein Missverständnis, hat Sie der andere oder haben Sie den anderen nicht richtig verstanden.

Der Text von Alice Hoi liefert uns ein Beispiel.
Wo liegen hier die Probleme? Warum kommt es zu Missverständnissen?

Versuchen Sie sich auch an eigene Situationen und an Gespräche zu erinnern. Beschreiben Sie die Situation genau und überlegen Sie, auf welchen Ebenen die Ursachen für das Missverständnis liegen könnten.

Begründen Sie bitte Ihre Entscheidung!

Tandem Lyon
01
Gwendoline Amate
Guillaume Szewczyk

Erstens kennen wir noch immer keine Ausländer, zweitens sind wir der Meinung, dass die regionalen Unterschiede nicht so bedeutend sind, dass sie zu Missverständnissen in einer Unterhaltung führen können.

Aber wir können uns vorstellen, dass ein Fremder einige typische französische Ausdrücke nicht verstehen kann. Zum Beispiel sagen wir für in einer Woche: "dans 8 jours", in 2 Wochen : "dans 15 jours", obwohl eine Woche nur sieben Tage hat, und zwei Wochen selbstverständlich nur vierzehn Tage .

Außerdem glauben wir, dass Ausländer Ironie oder Humor nur schwer verstehen. Es kann zu Fehleinschätzungen führen, wenn wir uns mit einem Unbekannten unterhalten und nicht die Sprachgewohnheiten unseres Gesprächspartners kennen. Aber sobald wir die Menschen, die mit uns sprechen, gut kennen, gibt es nur selten Missverständnisse.

Anmerkung: es gibt 30% Ausländer an der INSA !

02
Thomas Beaumont
Pierre Veyrat

Thomas ging einmal in Deutschland mit einer deutsche Freundin zum Unterricht. Sie gab ihm ein Stück Brot. Thomas dachte, dass das für das Mittagessen sei. Aber sie gab es ihm, damit er es in der großen Pausen essen sollte. Ein Schultag ist nämlich sehr lange. Die deutschen Schüler müssen etwas essen, um den Vormittag durchzustehen. Sie essen nichts Süßes, sie essen einen Sandwich.

Ich kann mich an keine Geschichte wie diese erinnern. Aber ich habe schon eine Dame gehört, die aus Vietnam kam. Sie erzählte, dass als sie nach Frankreich gekommen ist, begrüßte sie die Franzosen, indem sie ihr Alter und ihren Vornamen nannte. So machten das nämlich alle in Vietnam. Es hat klar, dass die Franzosen darüber am Anfang schockiert waren.

03
Valentin Bonnard
Pierre-Antoine Roux

Seit Anfang des Schuljahres analysieren wir verschiedene Kulturen, die uns umgeben. Wir stellen Unterschieden in den Werten, in den Gewohnheit fest. Das ist ganz selbstverständlich, und wir akzeptieren das. Trotzdem gibt es manchmal Missverständnisse.

Der Text von Alice zeigt, dass unterschiedliche Gewohnheiten in anderen Kulturen zu seltsamen Situationen führen können. Andreas und sein Gastgebe haben unterschiedliche Zeitbegriffe. Beide denken, dass sie sich richtig verhalten. Jedoch sind ihre nicht dieselben.

Pierre Antoine: Ich erinnere mich an eine Situation, die ich erlebt habe: Ich unterhielt mich einmal mit einem marokkanischen Freund. Er war erst seit ein paar Monaten in Frankreich. Wir haben über das Thema 'Kulturunterschiede' gesprochen. Er hat die Situation in Marokko geschildert. Jedoch war er sehr vorsichtig. Er sprach nicht sehr laut und er schaute um sich. Er wollte nämlich nicht, dass andere Marokkaner hörten, was er sagte. In Marokko muss man der König verehren und man kann Problemen bekommen, wenn man laut sagt, was man meint.Ich war darüber sehr erstaunt. In Frankreich können wir immer offen sagen, wenn wir mit etwas nicht zufrieden sind oder nicht.

Valentin: Ich habe einen algerischen Freund. Eines Tages dikustierten wir zusammen und ich habe ihm einen kleinen freudlichen Klaps auf die Backe gegeben, um ihnnzu necken. Sofort hat er mir gesagt, das nie wieder zu machen. Er hat mir erklärt, dass dies Geste eine ganz andere Bedeutung in Algerien hat. Sie ist nämlich demütigend und unehrenhaft für den Menschen, der den Klaps bekommt. Er hat mir gesagt, dass das schlimmer sei, als jemanden zu schlagen.

04
Marie Briere
Alice Koechlin

05
Christophe Bultel
Remi Darricau

Der Text von Alice Hoi aus Vietnam liefert uns ein Beispiel von kulturellen Missverständnissen. Andreas ist Deutscher. Er ist gerade in Vietnam für seine Arbeit. Ein vietnamesischer Arbeitskollege lädt ihn zum Mittagessen ein. Andreas geht also (was für einen Europäer normal ist) gegen halb eins zu seinem Kollegen. Wenn man in Europa jemanden zum Essen einlädt, bereitet man meistens den Tisch und das Essen vor, damit alles fertig ist, wenn der Gast kommt. In Vietnam scheint es nicht so zu sein. In der Tat ist Andreas überrascht, um halb fünf immer noch nicht gegessen zu haben. Als das Essen endlich anfängt, ist er sehr froh : der Mann und seine Frau sind sehr gastfreundlich und geben ihm reichlich zu essen.

Um halb zehn muss Andreas gehen, um noch ein paar Dinge für seine Arbeit vorzubereiten. Er erklärt das seinem Kollegen, der nicht versteht, warum er das nicht am nächsten Tage machen kann, und der findet, dass es noch ziemlich früh ist. Als Andreas die Frau umarmt, betrachten das die Gastgeber als respektlos, obwohl der Deutsche ihnen damit nur seinen Dank für den Empfang ausdrücken wollte.

Der Text zeigt also, dass verschiedene Gewohnheiten in anderen Kulturen schockieren können. Beide denken, dass sie sich gut verhalten haben und dass der andere sich ein bisschen komisch benommen hat.

Diese Art von Missverständnis ist bei Ausländern sehr häufig. Ich erinnere mich an ein Missgeschick in England: ich war ungefähr zehn Jahre Alt. Die Sprachbarriere war noch sehr groß. Ich schlief privat in einem kleinen traditionellen Haus. Und wie in jedem englischen Haus servierte man das traditionelle "Breakfast". Aber die Bohnen und die Würste ekelten mich so früh morgens an. Ich habe versucht, das meiner Gastgeberin begreiflich zu machen. Leider hat sie geglaubt, dass ich ihre kulinarischen Talente nicht schätze, die ich aber nicht in Frage stellen wollte. Aufgrund der Sprachschwierigkeiten konnte ich mich nicht richtig rechtfertigen, und leider haben sich dadurch unsere Beziehungen dann stark verschlechtert.

Dieses Missverständnis wäre leicht vermeidbar gewesen, wenn meine Gastgeberin begriffen hätte, dass dieses Breakfast für einen Franzosen doch ziemlich ungewöhnlich sein musste. Diese Art von Mißverständnis besteht also meistens wegen eines schlechten Verständnisses der Gesten oder der Worte der betroffenen Personen. Die Unterschiede zwischen den Kulturen sind nicht ganz einfach zu erleben, mein Magen kann es bezeugen!

06
Pierre Charles
Claire Lâm

Mit dem Beispiel von Alice Hoi wird zunächst besonders deutlich, dass der Deutsche und die Vietnamesen ganz verschiedene Lebensgewohnheiten haben. Sobald der Deutsche bei seinem vietnamesischen Kollegen ankommt, ist er überrascht und verwirrt, weil sein Gastgeber ihm die Tür noch im Schlafanzug öffnet. Der Europäer ist außerdem überhaupt nicht daran gewöhnt, mehr als drei Stunden lang zu warten, bevor das Essen beginnt. Und schließlich hatte er wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass das Essen so lang (von 16 Uhr 30 bis 22 Uhr) dauern könnte.

Dann zeigt diese Geschichte, dass der Deutsche und die Vietnamesen überhaupt nicht die selben Meinungen und Gedanken haben. Am Ende des Textes wird deutlich, dass die drei Personen ganz verschiedene Meinungen über das Treffen haben. Andreas ist eher froh, optimistisch und zufrieden über der vietnamesischen Gastfreundlichkeit.

Er fühlt sich sehr gut, "wie zu Hause", auch wenn er das Essen ein bisschen lang gefunden hat. Der vietnamesische Arbeitskollege und seine Frau sind dagegen verärgert und enttäuscht über Andreas Verhalten. Zum Beispiel klopft Andreas dem Vietnamesen auf die Schulter und umarmt die Frau beim Abschied . Die Vietnamesen scheinen das respektlos zu finden.

Wir können uns nicht daran erinnern, schon einmal in einer solchen Situation gewesen zu sein, aber der Text zeigt, dass Missverständnisse wie in diesem Beispiel wirklich existieren.

07
Claire De Bodman
Blandine Robet

Der Text zeigt uns, dass sich die verschiedenen Kulturen sowohl in ihren Lebensstilen als auch in ihrer Sprache unterscheiden. Wie haben bereits festgestellt, dass in der INSA die Ausländer, genau wie wir, oft unter sich bleiben. Deshalb haben wir mit ihnen nicht viel Kontakt und das bedeutet, dass wir Unverständnis- und Ausschlussgefühle haben.

Zum Beispiel finden wir, dass einige zu viel Lärm machen, oder einen seltsamen Sinn für Humors haben. Wir haben auch ein sehr banales Beispiel über einen Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen. Für einen Franzosen ist es ganz normal, und sogar höflich, nicht zu pünktlich zu sein, während es für einen Deutschen wirklich unhöflich ist, zu spät zu kommen. Wir können uns aber nicht an Gespräche mit Ausländern erinnern, wo es zu Missverständnissen gekommen wäre. Deshalb haben wir nur Beispiele gegeben.

08
Claire Dhaussy
Lucie Remy

Dieser Text zeigt uns, dass kulturelle Konflikte nicht nur von Sprachschwierigkeiten kommen, sondern auch von Kulturellen Unterschieden.

Zum Beispiel haben wir eine italienische Freudin, die erst seit ein paar Monaten in Frankreich studiert. Einmal hat sie hat uns erklärt, dass sie , da sie in einem Kurs abwesend war, gerne die Kursunterlagen bekommen würde. Sie hat eine anderen Studentin darum gebeten, obwohl sie diese nicht kannte. Diese war damit einverstanden aber als unsere italienische Freudin nach ihrer Handnummer gefragt hat, hat die französische Studentin es abgelehnt, ihr diese zu geben. Die Italienerin war darüber sehr erstaunt, weil es in Italien in dieser Situation kein Problem gegeben hätte. Die Italiener vertrauen fremden Menschen schneller. Außerdem sind wir es in Frankreich nicht gewohnt, unsere Handyummern bereits bei einem ersten Kontakt auszutauschen.

09
Emilie Guinot
Elodie Navarro

Der Text zeigt uns, dass Kulturen sehr unterschiedlich sein können. Die zwei Männer verstehen die Sache andersartig, insbesondere was die Anstandsregeln betrifft.

Eine Erlebnis von Emilie:

Meine Mitbewohnerin ist Spanierin aber sie spricht sehr gern französisch und kennt viele Sprachfeinheiten. Deshalb haben wir kein Problem, um uns zu verstehen.

Ein Gegenbeispiel dazu ist der Proto INSA Club, wo ich mit einem Inder zusammen arbeite und es ist schwer, sich zu verständigen, weil er nicht gern französisch spricht. Und am Anfang begrüßte er mich per Händedruck, das war ein wenig seltsam. Er war nicht daran gewöhnt, zur Begrüßung Küsschen zu geben.

10
Morgane Jaeger
Emilie Léone

Wenn wir uns mit Menschen aus einer anderen Kultur unterhalten, kann es zu Missverständnisse kommen, selbst wenn wir keine grammatischen Probleme oder Wortschatzprobleme haben. Das rührt daher, dass wir nicht die gegenseitigen Bräuche kennen. Wir machen oder sagen etwas aus Freundlichkeit, oder weil es uns angemessen erscheint, und unser Partner versteht das nicht so, wie es gemeint war. Er es als unhöflich empfinden, und meinen, dass wir nicht nett sind, und wir verstehen das nicht auf Anhieb!

Der Vietnamese und seine Frau empfinden das Verhalten des Deutschen als Respektlosigkeit, während in der deutschen Kultur dieses Verhalten freundschaftlich ist. Der Deutsche ist sehr erstaunt, als der Vietnamese verhindern möchte, dass der Deutsche nach Hause geht. Die Unterschiede und die Unstimmigkeiten sind auf die Unkenntnis der Kodex , die die beiden Kulturen benutzen, zurückzuführen.

Ich habe schon eine eigene Erfahrung gesammelt. Es war mit meiner Brieffreundin. Als ich sie zum ersten Mal traf, wollte ich sie mit zwei Küsschen begrüßen. Sie machte aber einen kleinen Schritt zurück. Ich war enttäuscht und verstand das erst später.

11
Alexandre Minso
Emeline Mongellaz

Der Text von Alice Hoi liefert uns ein eigenartiges Missverständnis zwischen einem Deutscher und einem Vietnamesischen Ehepaar. Darin kann man sehen, dass die Sprache nicht immer die größte Barriere darstellt. Die Verhaltensregeln und die Traditionen wechseln von Land zu Land. Viele Problemen kommen in diesem Text zur Sprache: es gibt Unterschiede bezüglich der Essenszeiten, der Dauer und besonders der Art und Weise der Verabschiedung.

Eine solche Situation haben war schon einmal erlebt. Als ich (Alexandre) zum Beispiel zum Schulaustausch in Düsseldorf gewesen bin, gab es einmal ein großes Missverständnis. Wir hatten uns an einem bestimmten Ort verabredet. Aber wir haben beiden an verschiedenen Orten ungefähr dreißig Minuten lang aufeinander gewartet. Und dann hatten wir eine grosse Aussprache darüber...(:-)) Das heißt also, dass Missverständnissen unterschiedlicher Natur sein können.

12
Quentin Sauvagnat
Romain Seigneuret

Keiner von uns beiden hat bisher eine solche Situation erlebt, wahrscheinlich, weil wir noch nicht mit einer von der unsrigen sehr unterschiedlichen Kultur in Kontakt gekommen sind.

Im Text kommt es zu Missverständnissen, weil keiner von den beiden Männern die Sitten des Anderen wirklich kennt, so dass keiner den Eindruck hat, dass er sich falsch (zumindest nach den Kriterien der Kultur des Anderen) benommen hat.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass der Gastgeber seinem Gast sein falsches Verhalten nicht erklärt, weil er höflich und taktvoll ist, obwohl es sicher vermeidbar gewesen wäre, dass eine solche Situation sich in der Zukunft wiederholt. Die Frage, die sich nun stellt ist: wie erfährt man in so einem Fall, wie man sich richtig benehmen soll?

 

2002-10 insa de lyon (bm)   actualisé le  18.03.2010